Über mich 

 

Mit vierzehn habe ich angefangen, an Bauchtanzkursen und Workshops in Sao Paulo, meiner Heimatstadt, teilzunehmen. Unter meinen Lehrerinnen waren Malika, Claudia Cenci, Gisele Bomentre, Fairuza, Lulu Sabongi, Camelia und Dunia la Luna. Im Lauf der Zeit habe ich mich auch für andere Tanzrichtungen wie Lyric Jazz, Modern Dance, Afro-Brasilianische Tänze und Contact Improvisation interessiert.

Mauricio Mangia (leider vor einigen Jahren gestorben) hat mich im Jahr 1998 für eine Tanzperformance angefragt, als Teil des Kulturprogramms der 1. GothicRave in Sao Paulo. Damals musste ich zu Discos mit falschem Ausweis gehen, denn ich war noch minderjährig…! Trotzdem war es mir eine unglaublich schöne Erfahrung, meine zwei großen Lieben zu vereinigen: den Bauchtanz und die Gothic Musik. Damals gab es den Begriff „Gothic Bellydance“ noch nicht, oder zumindest war er nicht verbreitet. Ich habe seitdem an Events der Gothic Subkultur in Sao Paulo mitgewirkt, und erst Jahre später habe ich über YouTube andere Gothic Bellydancers entdeckt sowie das Festival Gothla DE, aufdem ich 2010 das erste Mal auftreten durfte. Dieses Event, von der lieben Salamandrina organisiert, hat mich inspiriert, ein Gothic Tanz Festival in Dresden zu veranstalten. In Kooperation mit der JugendKunstschule Dresden (an der ich Orientalischen- und Gothic Tanzunterrichte) und mit freundlicher Unterstützung von Andreas Saulig (nachtaktiv/ Medien Aktivisten) ist die Proserpina Nacht im Januar 2012 geboren.

 

Aber zurück zum Jahr 2000. Meine Unruhe angesichts der sozialen Probleme in Brasilien hat mich dazu geführt, Jura zu studieren. Seit dem  ersten Semester habe ich Praktika bei Menschenrechtsorganisationen gemacht, vor allem mit Jugendlichen in Erziehungscamps und ausländlichen Sträflingen. Ich habe versucht, die Arbeit mit Sozialbenachteiligten mit Tanz zu verbinden, in dem ich Bauchtanzkurse bei sozialen Projekten leitete. Dabei habe ich mit den Teilnehmenden eine Reflexion zu Genderrollen angestoßen.  Während meines Studiums habe ich nebenbei getanzt, vor allem in Restaurants, Feiern der arabischen Community und Kulturveranstaltungen. Jedoch 2003 habe ich mich entschieden, mich auf das Studium und auf meine Arbeit mit Menschenrechten zu konzentrieren, sodass ich mit den Auftritten und Kursleitungen aufgehört habe.

 

2007 habe ich ein Stipendium für den Frieden- und Konfliktforschung Master Studiengangin Magdeburg bekommen.  Damals bin ich dann auch nach Deutschland umgezogen. Nach Dresden (die Stadt, in die ich mich auf ersten Blick verliebt habe) zog ich nach meinem Abschluss in Jahr 2010. Fast zwei Jahre habe ich freiberuflich mit Bildung für Demokratie und Nachhaltigkeit gearbeitet. Dennoch schrie meine Leidenschaft nach dem Tanz immer lauter. Noch im Jahr 2010 habe ich nach 7 Jahren Pause wieder angefangen, aufzutreten. Meine Premiere in Europa fand auf dem Gotham Sounds Festival als Vorprogramm der legendären Gothic Band Clan of Xymox statt. Im März 2011 wurde ich von der Sängerin Clio von der Dark Wave Band Opusculum eingeladen, die Live Auftritte tänzerisch zu begleiten.

 

Die Anfragen sind häufiger geworden – und meine Leidenschaft stärker. Ende 2011 beschloss ich, mich als Tänzerin hauptberuflich zu machen, damit ich die Zeit hätte, mich tiefer mit Tanz beschäftigen zu können. Nichtsdestotrotz sind mir die Fragen von Rassismus, sozialer Gerechtigkeit und respektvollem Umgang mit der Umwelt nie weniger wichtig geworden.   

 

Anfang 2012 wurde ich von Marvin Derlo für die professionelle Feuershow Gruppe „DieVerzauberer“ eingeladen.

 

Heutzutage binich vor allem in Dresden und Leipzig, aber auch Deutschland weit und im Ausland als Tänzerin, Performerin, Kurs- und Workshopleiterin aktiv. Außerdem veranstalte ich in Kooperation mit der JugendKunstschule Dresden die Proserpina Nacht. 

 

 

 

Die Philosophie meines Tanzunterrichtes

 

Sich „aus dem Schneckenhaus“ zu trauen ist eine Frage von Übung, genau so wie die schwierigsten Bewegungsabläufe. Deshalb werden von Anfang an meine Kursteilnehmer_innen herausgefordert, an ihrem Ausdruck zu arbeiten und die Barriere für die freie Entfaltung ihrer Kreativität zu überwinden.

 

Ich arbeite aus didaktischen Gründen gelegentlich mit festgelegten Choreografien, jedoch liegt mein Fokus auf Improvisation. Wenn ich eine Choreografie anbiete, erwarte ich von den TN, dass sie sich auch mit ihren Ideen einbringen, bzw. für sich selbst das Stück weiter entwickeln.

 

Mir liegt es am Herzen, das Tempo und die Besonderheiten von jedem Menschen zu respektieren. Mein Hauptziel bei dem Unterricht ist, Werkzeuge anzubieten, sowohl rein technischals auch geistig, also verschiedene Ansätze und unterschiedliche Möglichkeiten, an den Tanz heranzugehen.  Damit beabsichtige ich, dass sich die TN nicht von festgelegten Modellen oder Vorlagen abhängig machen, sondern selbstständig individuell IHREN Tanz entwickeln.

    

 

 

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